Wer prüft das Italienisch Ihrer Website? So treffen Sie die Auswahl
Wer das Italienisch einer Website prüft, wird fast immer nach Preis oder auf Empfehlung ausgewählt. Beides sagt wenig über das, worauf es ankommt: ob diese Person die Fehler findet, die Ihr italienisches Publikum bemerkt. Diese Seite schlägt sechs Kriterien vor, die Fragen vor der Auftragsvergabe und einen Test, den Sie mit einer einzigen Seite machen können.
Ich biete diese Arbeit selbst an. Lesen Sie die Seite also im Wissen, dass ich ein Interesse habe. Ich habe versucht, Kriterien zu formulieren, die auch dann gelten, wenn Sie sich am Ende für jemand anderen entscheiden.
Sechs Kriterien
1. Muttersprachlich, mit dem heutigen Italienisch im Ohr
Mindestvoraussetzung ist Italienisch als Muttersprache. Das reicht nicht: Das Italienisch von Onlineshops und Benutzeroberflächen verändert sich schnell, und wer es nur selten liest, schlägt oft korrekte, aber veraltete Formulierungen vor. Fragen Sie, wie viel Italienisch die Person täglich beruflich liest und schreibt, nicht nur, wo sie geboren ist.
2. Arbeitet mit dem Ausgangstext daneben
Den italienischen Text allein zu lesen und ihn mit dem Ausgangstext abzugleichen, sind zwei verschiedene Arbeiten. Die Norm ISO 17100 nennt den zweisprachigen Abgleich von Übersetzung und Ausgangstext Revision und unterscheidet ihn vom Lesen des Zieltextes allein1. In einer QA für die Händlerdokumentation eines Marktplatzes waren zwei von drei Fehlern nur mit dem deutschen Text daneben sichtbar (Fallstudie auf Italienisch). Das Italienische für sich war tadellos.
Für einen Marketingtext, der auf Italienisch entstanden ist, genügt das Lesen. Für alles, was übersetzt wurde, sollten Sie den Abgleich mit dem Ausgangstext verlangen.
3. Unabhängig von der übersetzenden Person
Wer übersetzt hat, liest, was er oder sie schreiben wollte, nicht, was dasteht. Deshalb sieht die ISO 17100 für die Revision eine andere Person vor2. Das gilt auch für KI-generierte Texte: Wer den Prompt geschrieben und das Ergebnis freigegeben hat, ist nicht die geeignetste Person für die Prüfung.
4. Kennt Ihre Textsorte
Eine Produktseite, eine Datenschutzerklärung und ein Interface-String folgen unterschiedlichen Regeln. Bei der Produktseite zählen Ton und Überzeugungskraft, bei der Datenschutzerklärung die Genauigkeit der Rechtsbegriffe, beim String die Länge und die Übereinstimmung mit dem restlichen Ablauf. Fragen Sie nach Beispielen für dieselbe Textsorte, gern anonymisiert.
5. Liefert dokumentierte Befunde, nicht nur eine korrigierte Datei
Eine Datei mit Änderungsverfolgung zeigt Ihnen, was sich geändert hat, aber nicht warum. Ohne Begründung können Sie nicht beurteilen, ob eine Korrektur nötig war, und Ihr Team wiederholt denselben Fehler beim nächsten Inhalt. Ein guter Report nennt zu jedem Problem die Stelle, die Kategorie, den Schweregrad, die Korrektur und den Grund. So beschreibe ich es in meiner Audit-Methodik, und es taugt als Kriterium auch dann, wenn Sie jemand anderen beauftragen.
6. Stellt Fragen zur Marke
Register, freigegebene Terminologie, Produktnamen, die nicht übersetzt werden: Das sind Entscheidungen der Marke, nicht der prüfenden Person. Wer korrigiert, ohne zu fragen, setzt die eigenen Vorlieben durch, und heraus kommt ein anderer Text, nicht zwingend ein besserer. Eine gute Prüfung trennt Fehler von Vorlieben und überlässt Ihnen die Entscheidung über Letztere.
Fragen vor der Auftragsvergabe
- „Arbeiten Sie mit dem Ausgangstext? In welchem Format erhalten Sie die Dateien?“ Die Antwort zeigt, ob es einen zweisprachigen Abgleich gibt oder nur ein Lesen.
- „Können Sie mir einen Beispielreport zeigen?“ Gibt es kein Format, gibt es keine Methode.
- „Wie unterscheiden Sie einen Fehler von einer Vorliebe?“ Eine gute Antwort: Die Vorliebe wird als solche markiert, nicht korrigiert.
- „Wer entscheidet im Zweifel über die Terminologie?“ Die richtige Antwort lautet: Sie, oder wen Sie benennen.
- „Ist der Preis fest nach Umfang oder nach Stunden?“ Beide Modelle sind legitim. Beim festen Umfang wissen Sie vorher, was Sie bezahlen.
- „Was ist nicht enthalten?“ Einpflegen ins CMS, Kontrolle nach der Korrektur, neue Inhalte: Das sollten Sie vorher wissen.
Warnsignale
- Korrekturen ohne Begründung. Sie können sie nicht überprüfen, und das Team lernt nichts daraus.
- Fristen, in denen man nicht lesen kann. Passen Umfang und zugesagte Lieferzeit nicht zusammen, wird es ein schnelles Überfliegen, keine Prüfung.
- Viele Zielsprachen, eine Person. Niemand ist in acht Sprachen muttersprachlich.
- Keine Fragen zu Zielgruppe, Marke oder Terminologie. Siehe Kriterium 6.
- Eine Note oder ein Prozentwert als einziges Ergebnis. Eine einzelne Zahl verdeckt, wo das Problem liegt und wie schwer es wiegt.
Ein Test vor der Entscheidung
Wählen Sie eine Seite, auf die es ankommt, etwa eine Produktseite oder den Checkout, und geben Sie sie zwei Kandidatinnen oder Kandidaten. Vergleichen Sie die Reports: Wer hat was gefunden, wer hat die Korrekturen begründet, wer hat Fehler und Vorlieben getrennt, wer hat Ihnen Fragen gestellt? Eine Seite reicht, um den Unterschied zwischen einer Methode und einem Eindruck zu sehen.
Die kostenlose Prüfung einer Seite, die ich anbiete, ist genau dafür gedacht, auch wenn Sie sich danach für jemand anderen entscheiden.
Häufige Fragen
Können muttersprachliche Übersetzende ihren eigenen Text prüfen?
Sie können ihn noch einmal lesen, und sie sollten es tun. Eine Revision ersetzt das nicht: Wer übersetzt hat, liest tendenziell das, was gemeint war. Deshalb sieht die ISO 17100 eine zweite Person vor.
Braucht es noch eine Prüfung, wenn das Übersetzungsbüro nach ISO 17100 zertifiziert ist?
Die Zertifizierung besagt, dass der Prozess eine Revision vorsieht, nicht, wer sie durchgeführt hat und mit welcher Sorgfalt für Ihre Textsorte. Eine unabhängige Stichprobe zeigt Ihnen, wie das Ergebnis aussieht. Das ist vor allem bei einem neuen Dienstleister oder bei Texten mit rechtlichen Folgen nützlich.
Sollte die prüfende Person in Italien leben?
Entscheidend ist der tägliche Umgang mit dem Italienischen, nicht der Wohnort. Wer in Italien lebt, ist von der aktuellen Sprache umgeben. Wer im DACH-Raum arbeitet, kennt den deutschen Ausgangstext und die Marken, die ihn produzieren, besser. Ich lebe in Wien: Auch mir sollten Sie die Frage aus Kriterium 1 stellen.
Was kostet eine Prüfung?
Das hängt vom Umfang und vom Preismodell ab. Meine Preise für ein Audit anhand einer Stichprobe stehen unter Was kostet ein Audit Ihrer italienischen Website?, ab 690 € für eine Unternehmenswebsite.
Quellen
- ISO 17100:2015, Translation services. Requirements for translation services. International Organization for Standardization.
Anmerkungen
- ISO 17100:2015, Begriffsbestimmungen zu Revision und Review (Abschnitt 2).
- ISO 17100:2015, Abschnitt 5.3.3.
Weiterführende Seiten
- Wie ich die Qualität italienischer Texte bewerte: Audit-Methodik
- Was kostet ein Audit Ihrer italienischen Website?
- Italienische Linguistic QA, unabhängige Prüfung mit dokumentierten Befunden
Di Rubbo, Alessio. „Wer prüft das Italienisch Ihrer Website? So treffen Sie die Auswahl“. linguisticqa.com, Version 1.0, aktualisiert am 9. Oktober 2026. https://linguisticqa.com/de/ressourcen/pruefung-italienischer-texte-auswahl/
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